Home Autorin Romane Kurzgeschichten Lesungen Kontakt/Impressum

Missing Laura

Langenscheidt, englisch-deutsch, April 2010, 160 Seiten, ISBN 978-3468441240, € 7,95

Niveau: A2, 30 % englischer Text (Dialoge), 70 % Deutsch (Fließtext)

In den englischen Text sind Übungen inhaltlicher und grammatikalischer Art eingebaut, der zusätzliche Wortschatz ist am Ende jeder Seite mit der deutschen Übersetzung aufgeführt.

 


Sofie und ihre Tochter Laura machen Urlaub in Schottland. Plötzlich verschwindet das Mädchen spurlos. Tagelang fehlt jedes Lebenszeichen von ihr Die Polizei steht vor einem Rätsel. Verzweifelt macht sich Sofie selbst auf die Suche, denn sie hat einen schrecklichen Verdacht: Hat ihr cholerischer Ex-Mann Laura entführt?


Pressestimmen:

Spannend und mit einem tollen Auffrischungseffekt der englischen Sprache lässt sich der Lernkrimi von Hildegunde Artmeier lesen ... Der Leser (wird) mit deutschen und englischen Textpassagen in die Aufklärung des Falles gefesselt.“  (Mittelbayerische Zeitung)


Leseprobe:

Sunday, August 12th, 8.22 am

 

What was happening?

Er roch so anders. Direkt vor sich sah sie das Muster seiner Jacke. Braun-grau gestreift. So fein gewoben, dass man meinen konnte, es wären gar keine Streifen.

What was happening?

Sie schlug um sich, strampelte, versuchte zu schreien. Aber er presste ihr die Hand so fest auf die Lippen, dass nur dumpfe Geräusche zu hören waren. Mit dem rechten Arm hielt er sie eisern umklammert und zerrte sie zum Wagen. Sie trat nach ihm. Aber ihr Fuß stieß ins Leere.

Seine Rechte löste sich von ihr. Einen Moment nur. Gleichzeitig zog er sie mit der Linken noch enger an sich. Etwas klickte, ein metallenes Geräusch. Das Auto. Die Hecktür. Sie nutzte den Moment, warf sich zur Seite, entglitt seinem Griff für den Bruchteil einer Sekunde.

“Mami! Hilfe!“ Der Schrei gellte ihr in den Ohren. “Help me! Anybody help me, please!“

Der Schlag traf sie an der Schläfe. Ihr wurde schwarz vor Augen. Sie sackte in die Knie.

Starke Arme zogen sie hoch, hievten sie in den Kofferraum, ließen sie fallen. Ihr Kopf stieß gegen etwas Hartes. Alles drehte sich vor ihren Augen, ihr wurde schlecht. Jemand weinte.

War sie das, die so verzweifelt schluchzte?

Ein schnelles, scharfes Geräusch. Etwas wurde ihr auf den Mund gedrückt. Sie wimmerte. Er packte ihre Handgelenke, umwickelte sie mit Klebeband. Sie sah seine Silhouette, während er ihre Gelenke wie ein Paket verschnürte, schnell und konzentriert. Hinter ihm leuchtete die Sonne. Der Himmel war blau, so wunderbar blau. Wie jeden Tag, seit sie hier waren.

Er umwickelte ihre Fußgelenke mit dem Klebeband. Sie wehrte sich nicht. Kurz erschien sein Gesicht vor ihr. Diese großen dunklen Augen, die sie mit einem Mal erstaunlich fürsorglich musterten. Geradezu besorgt. Sie wollte ihn fragen, warum er das tue, ob das alles nur ein seltsames Spiel sei, ihn bitten, sie wieder loszubinden. Aber nur ein erstickter Laut drang durch das Klebeband.

Sein Gesicht verschwand. Auch das frische Morgenblau, Stück für Stück.

Der Kofferraum krachte zu.

Dann nur noch Schwärze. Schwere Schritte.

Eine Tür fiel zu, der Motor heulte auf.

Rumpeln.

Mami, wo bist du?