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Feuerross

 

323 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 3-89977-692-5, Gmeiner-Verlag 2006


 



Kommissarin Lilian Graf hat genug von Leichen. Auch der Mord an einem Regensburger Antiquitätenhändler soll sie nicht daran hindern, endlich ihren wohlverdienten Urlaub anzutreten. Sie überlässt die Ermittlungen ihren Kollegen und genießt in der Toskana auf dem Weingut ihres Vaters Sonne, Strand und das Dolce Vita Italiens. Als ein deutscher Geschäftsmann in einem Hotel ermordet wird, mischt sich Lilian aber in die Ermittlungen der italienischen Polizei und stößt dabei auf einen Zusammenhang zu dem noch immer ungeklärten Mordfall in Regensburg. Sie bringt damit nicht nur sich selbst in größte Lebensgefahr ...

 


Pressestimmen:

Hildegunde Artmeier beschreibt die Handlung ihres jeweiligen Buches sehr aktuell und zeitnah. Sie versteht es, die Beziehungen und Konflikte ihrer Figuren meisterlich zu schildern. Dazu noch eine spannende Krimistory und eine Kommissarin, an die man sich gerne gewöhnt, die man jedes Mal von neuem gerne trifft. Die große Stärke der Autorin ist es, mit Spannung ihre Leser in den Bann zu ziehen.
(www.kurz-krimi.com)

"Ein Krimi soll spannend sein, soll unterhalten und den Leser zum Miträtseln animieren. In einigen wenigen Fällen gelingt es einem Krimi sogar, seine Leser auf die falsche Fährte zu führen ... Jedenfalls verwirrt die Autorin ihre Leser mit kurzen Kapiteleinschüben, die sehr leicht auf die falsche Fährte führen. Klever gemacht! ... Die Figuren wirken klar und lebendig ... Die Handlung ist spannend, ja fesselnd. Man möchte den Roman nicht mehr aus der Hand legen, ehe man nicht auf der letzten Seite ist. Die Beschreibungen der Toskana sind mit Sorgfalt gezeichnet, erwecken noch zusätzliches Interesse ..."
(x-zine.de)

"... was (Hildegunde Artmeier) meisterlich zu schildern versteht: Die psychische Konstellation ihrer Figuren, ihre Beziehungen, ihre Konflikte, die zu Konsequenzen führen, ihre Unfähigkeit zur Kommunikation ... Hildegunde Artmeiers Romane sind psychologische Studien. Dabei verliert sie das Genre nie aus den Augen. Ganz in der Tradition großer Detektiv-Schriftsteller konstruiert sie sorgfältig ihre Fälle, die sich spannend entwickeln und sehr überraschend auflösen ... "
(Susanne Wiedamann, Mittelbayerische Zeitung)

"Feuerross - ... Das Ergebnis ist Spannung pur. Dabei geht die Geschichte über einen reinen Krimi weit hinaus. Sehr tief taucht der Leser ein in die verzwickte Familiengeschichte der Romanheldin ... Mit Feuerross hat ... Hildegunde Artmeier den bislang reifsten Roman ihrer Lilian-Graf-Reihe geschrieben. Eine actionreiche Geschichte, die für kurzweilige Winterabende sorgt."
(Donaukurier, Ingolstadt)

"... Die 41-Jährige (Autorin) ... schafft mit ihrem fesselnden Erzählstil eine Atmosphäre, dass man sofort ganz drin ist' ... "
(Gabi Estermeier vom Mühldorfer Anzeiger)

"Mit der Regensburger Kriminalistin Lilian Graf hat die Autorin ... eine Figur ... geschaffen, der es mit Gefühl und Einfühlungsvermögen gelingt, die ... Kriminalfälle zu lösen ..."
(Mittelbayerische Zeitung)

"Hildegunde Artmeier vierter Krimi bietet viel Lesespaß ... "
(Regensburger Rundschau)


Lesermeinungen:

Der Krimi hat mir sehr gefallen ... Ich habe sehr viele Anregungen zum Weiterdenken bekommen, über den spannenden Krimiplot hinaus. Das zeigt mir immer, dass mich eine Geschichte und die Figuren wirklich berührt hat.
Heidi Rehn, Krimiautorin aus München

Ich lese sonst nie Krimis, aber diesen Krimi habe ich äußerst spannend gefunden und immer, wenn ich mit einem guten Buch fertig bin, tut es mir Leid, und gleichzeitig möchte ich der Autorin meinen Dank für die schönen Stunden aussprechen. Also, meine Komplimente, vor allem für den unerwarteten Schluss des Romans, und herzlichen Dank!
Irma Ausserhofer aus Südtirol

Mir hat dieser Krimi noch besser gefallen als die vorherigen. Ich habe ihn verschlungen!
Monika Angerer, Regensburg

Ein tolles Buch, absolut empfehlenswert. Die Autorin hält einen durch die spannungsgeladene Geschichte davon ab, noch etwas im Haushalt zu tun. Ich freue mich schon auf den nächsten Lilian Graf Krimi.
Michaela Ulmer, TOMS Krimitreff

(Feuerross) habe ich in einem Stück gelesen. Es hat mir gut gefallen und ist spannend. Bravo!
Christa Balluff aus Stuttgart

Ein Krimi mit Tiefgang - Hildegunde Artmeiers "Feuerross" ist ein Kriminalroman, wie ich ihn mag: Diese Figuren sind keine Pappkameraden, in der Handlung muss nichts erzwungen werden, alles fügt sich scheinbar wie selbst zusammen. Man leidet mit den Menschen, deren Schicksal sich hier ineinander verweben. Und das alles eingebettet in ein herrlich frühsommerliches Ambiente in der südlichen Toskana, dessen gekonnte Beschreibungen einen ständig reiselustig und zudem auch noch hungrig machen. Fazit: Ein Buch, das man kaum noch aus der Hand legt, hat man einmal damit angefangen. Ein Buch voller (nicht nur Krimi-lastiger) Spannung und Tiefgang, das Knalleffekte nicht nötig hat. Bitte mehr davon!
Peter Gerlach aus Lichtenau


Leseprobe:

Sie wanderten durch verwinkelte Gässchen, lauschten den lärmenden Fernsehern aus den geöffneten Fenstern, vor denen Wäsche zum Trocknen hing, guckten in die Auslagen winziger Geschäfte und sprangen zur Seite, wenn Lieferwägen haarscharf an ihnen vorbei rumpelten. Im Frühling verriegelten die Geschäfte zwischen zwölf und halb fünf ihre Pforten, aber nach der Siesta tobte wieder das Leben in den Straßen. Vor acht ging hier niemand zum Essen. Vielleicht machte man vorher einen Spaziergang durch die engen, lauten Gassen, besah sich die herausgeputzten Nachbarn und rotwangigen Touristen, die die Sonne unterschätzt hatten, hielt ein Schwätzchen, trank ein Schlückchen und spazierte weiter zum Nächsten, von dem man etwas Neues erfahren konnte. In der Toscana spielte sich das Leben auf der Straße ab, wie überall in Italien. Aber hier floss es ruhiger dahin als im Norden, man hatte noch Zeit füreinander.
Lilian und David staunten über mutige Touristen, die sich von den immer noch frischen Temperaturen nicht abschrecken ließen und an diesem schönen, aber kühlen Abend auf den Terrassen der Restaurants und Pizzerien Platz genommen hatten. In einem der vielen, kleinen Gassen fanden sie ein Lokal mit stilvoller Einrichtung und stolzen Preisen und taten es den Einheimischen gleich, die sich im Inneren einen Tisch zuweisen ließen. Der Ober, mit obligatorischer Fliege und in schwarzem Anzug, führte sie zum letzten freien Platz am Fenster. Auf Deutsch empfahl er ihnen Papardelle mit einer Sauce aus Hasenragout, als Hauptspeise gebratene Ente mit gedünsteten Zwiebeln und zum Dessert Zitronenkuchen. Lilian bestellte hartnäckig auf Italienisch Papardelle alla Lepre, Anatra con Cipolle und Tarte di Limone. Schließlich fügte sich der Kellner, nahm die Bestellung in seiner Landessprache auf und rauschte davon.
Wie Lilian den Gesprächsfetzen an den Nachbartischen entnahm, sprach man Deutsch, Englisch und Italienisch. Gleich neben ihnen ging es besonders laut zu.
" ... Lo dico io, puoi credermi, ho parlato con Alessandro un ora fa."
Natürlich sprach dieser bärtige Mann nicht von ausgerechnet dem Alessandro, den auch Lilian kannte. Hier in der Gegend gab es sicher mehr als einen Alessandro, mit dem sich der Mann vor einer Stunde hätte unterhalten können.
"Poverino Alessandro." Eine grell geschminkte Frau warf einen mitleidigen Blick an die Decke, als ob der arme Alessandro dort oben säße und Aufmunterung erwartete. "Mi dispiace per lui. Come brutto trovare una salma nel suo albergo! Mamma mia!"
Jetzt gab es keinen Zweifel mehr. Alessandro und die unerwartete Leiche in seinem Hotel bot auch hier genug Gesprächsstoff, um einen Abend zu füllen. Die Welt war klein, die Welt in der Toskana noch kleiner. Langsam fing Lilian an zu glauben, was alle nicht müde wurden, ihr ständig zu versichern: Hierzulande kannte jeder jeden und wusste alles von ihm. Aber was regte sie sich so auf? Im Grunde ging sie das alles nichts an. Einfach nicht hinhören.
"Hanno trovato l'arma, l'ho sentito", sagte der Bärtige mit vor Wichtigkeit vibrierender Stimme. "Man hat die Waffe gefunden, hab' ich gehört."
Widerwillig spitzte Lilian die Ohren. Berufskrankheit, da half ihr ganzer guter Wille nichts.
"Was für eine Waffe?", fragte ein eleganter Herr mit einem locker geschlungenen Tuch um den Hals. Vielleicht einer von Alessandros geschätzten Hotelierkollegen?
"Eine Pistole", bestätigte die mit der Schminke. "Deutsches Fabrikat."
"Woher willst du das wissen, Sofia?" Der Elegante, ungläubig.
"Mein Schwager arbeitet bei den Carabinieri."
Alle schwiegen beeindruckt.
"Dann stimmt es also, was man sich erzählt", warf der Erste ein und strich sich über den akkurat geschnittenen Bart. "Das waren Spezialisten, eine organisierte Bande. Wer weiß, wo sie als nächstes einsteigen. Vielleicht bei dir, Fabbrizio?"
Der Ober brachte den Wein, einen vollmundigen Sangiovese, wie er ihnen in einem Mischmasch aus Deutsch und Italienisch erklärte. Er schien immer noch kein großes Vertrauen in Lilians Sprachkenntnisse zu haben. David prostete Lilian zu, sie tranken und Lilian lauschte so angestrengt und unauffällig wie möglich.
"... Hat zu meinen Zeiten keiner, der bei den Carabinieri arbeitet, geplaudert." Das kam von einem beleibten Mann mit buschigen Augenbrauen, der bisher noch nichts zur Unterhaltung beigetragen hatte.
"Mein Schwager erzählt natürlich nicht jedem solche Details", versicherte die Frau und klapperte mit ihren bemalten Augendeckeln.
"Das will ich hoffen", brummte der mit dem Bauch und warf einen vielsagenden Blick in die Runde.
Lilian fragte sich nur kurz, welcher Natur die Beziehung zwischen Sofia und ihrem Schwager war. Ein umwerfendes Lächeln für David und das Gespräch am Nachbartisch erforderten ihre gesamte Aufmerksamkeit. Bei dem hohen Geräuschpegel im Lokal war es schwierig, jedes Wort zu verstehen.
"Ich wette, das war trotzdem eine Beretta", mutmaßte der Elegante und zupfte an seinem Schal. "Seit wann sind diese deutschen Dinger so viel besser als ein gutes, altes, italienisches Fabrikat?"
Lilian erfuhr die Antwort nicht mehr, denn der Kellner brachte die Papardelle. Als er wieder verschwunden war, beschwerte David sich, weil sie ihm keine Antworten gab. Sie übte noch einmal ihr bezauberndes Lächeln und konzentrierte sich auf die Unterhaltung nebenan. Aber es half nichts, die vier am Nachbartisch waren schon aufgestanden und gingen gerade hinaus. Trotzdem war Lilian froh, dass sie sich jetzt der Vorspeise, Davids seligem Gesicht und diesem Abend zu zweit widmen konnte. Dieser Fall ging sie rein gar nichts an.