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Drachenfrau

329 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 3-89977-610-0, Gmeiner-Verlag 2004

(zurzeit vergriffen)

Als Hörbuch erchschienen bei RADIOROPA Hörbuch, TechniSat, Art. Nr. 725-2002, ISBN 978-3-86667-885-9, gelesen von Silvia Höhne, Preis: 9,90

 


Ein grausamer Lustmord in der verträumten Donaumetropole Regensburg. Lilian Graf, Kriminalkommissarin, alleinerziehende Mutter und leidenschaftliche Cappuccino-Trinkerin, ermittelt in ihrem ersten spektakulären Fall und fragt sich: Wie verträgt sich Sado-Maso mit der glatten Fassade einer modernen Biotech-Firma?


Pressestimmen:

"... was am Anfang so klar erscheint, ist viel tiefschichtiger und voll von verhängnisvollen Verstrickungen. Der Autorin ... ist ein beeindruckendes Krimi-Debüt gelungen."
FLUXX, Regensburg

"... Mit ihrem Debüt Drachenfrau hat Hildegunde Artmeier einen packenden Thriller der Extraklasse vorgelegt ..., den man nicht mehr aus der Hand legt, bis man auf der letzten Seite ist - und bis zu eben dieser Seite erlebt man seine Überraschungen!"
Regensburger Rundschau

"Ein hervorragendes Erstlingswerk von Hildegunde Artmeier. Eine tolle Protagonistin, ein toller Plot mit überraschenden Wendungen machen dieses Buch zu einem Knüller!!!"
www.Toms-Krimitreff.de

"Frau Artmeier hat einen ausgezeichneten Schreibstil, kann wunderbar erzählen und Szenen dem Leben nachempfinden... Sie zeigt Menschen auf, die sich in bedingungslose Abhängigkeit (...) begeben... Es gelingt ihr grandios, Täter und Opfer verschmelzen zu lassen, so dass am Ende der Gefolterte so glücklich ist wie der Peiniger selbst ... eine Gänsehaut zog bei mir auf. Mehr als einmal habe ich überlegt, dieses Buch beiseite zu legen ..."
www.deutsche-krimi-autoren.de

"Gute Krimis kommen aus New York, Neapel oder dem Norden Europas. Und aus Regensburg! Wieder einmal hat eine regionale Autorin den Sprung auf das schmale Brett guter Krimi-Autorinnen gewagt - und bestanden! ... Hildegunde Artmeier ist mit der Drachenfrau nicht nur ein bis zum Ende spannender Krimi gelungen, sondern gleichzeitig ein Abbild der modernen Welt ..."
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Lesermeinungen:

"Ich fand das Buch äußerst unterhaltsam, sehr spannend, mit einer fein verwobenen Handlung ... Ein paar Dinge haben mir besonders gefallen. Einmal Lilian Graf, die nicht nur ermittelt, sondern auch in der realen Welt verwurzelt ist, indem sie für ihre Tochter sorgen muss, was ... sehr unaufdringlich und nicht dramatisiert geschieht ... Dann die eingeschobene Darstellung der sexuellen Obsession. Es wurde nur die Zerrissenheit der Frau beschrieben, keine Kommentierung, keine Bewertung, nur die von außen völlig unverstehbare Hingabe an eine entwürdigende Handlung und die Unfähigkeit, sich lange dagegen zu wehren oder sich daraus zu lösen ... (Und) die Liebesgeschichte, diese Irrungen und falschen Annahmen und die daraus resultierenden Gefühle ... (Fazit:) Frauen schreiben blutiger ... und Frauen schreiben mutiger.
Norbert Horst, Krimiautor aus Nordrhein Westfahlen, Glauser-Preisträger 2004, Preisträger des Deutschen Krimipreises 2006

"Ich bin beeindruckt ... (Hildegunde Artmeier) kann gut Stimmung und Atmosphäre erzeugen, ihre Figuren leben, man leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen. Das mag ich an Büchern: Wenn man wirklich hineingezogen wird ..."
Wolfgang Burger, Krimiautor aus Karlsruhe (nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis 2005)

"Hildegunde Artmeiers Erstlingswerk ist ein absoluter Top-Thriller. Die Spannung dieses außergewöhnlichen Krimis hielt mich bis zum Schluss gefesselt. Regensburg hat mit Hildegunde Artmeier eine neue Topautorin gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!"
Karen M. Wood aus Regensburg, Krimiautorin

"War bis zuletzt spannend..."
Harry Luck aus München, Krimiautor

"War nur halb so spannend wie angekündigt ... Ein nettes Buch für Lieschen Müller ..."
Nicole Kramer aus Teugn

"Kein nerviges Superweib ..., sondern eine wie Du und ich! Eine Frau, mit der man sich gerne zum Klönen und Capuccino verabreden würde ... Der Mix macht's!"
Rezensentin aus Bamberg


Leseprobe:

Sofort nach dem ersten Klingelzeichen öffnete er die Tür. "Bin gespannt, was du heute vor hast", sagte er ohne Begrüßung, fasste sie am Arm und zog sie in die Wohnung. Die Tür fiel ins Schloss.
Als er sie an die Wand drängen und küssen wollte, drückte sie ihn von sich weg. "Lass dir Zeit. Heute habe ich was Besonderes vor. Es wird dir gefallen."
Mit einem geheimnisvollen Lächeln schob sie sich an ihm vorbei und ging von der Diele ins Wohnzimmer. Auf dem Couchtisch stand eine Champagnerflasche in einem mit Eis gefüllten Sekteimer. Er hatte bereits zwei Sektgläser mit der prickelnden Flüssigkeit gefüllt. Doch anstatt sich eines der Gläser zu nehmen, knöpfte sie langsam ihren schwarzen Lackmantel auf und ließ ihn über die Schultern zu Boden gleiten. Es raubte ihm fast den Atem, als er sah, was darunter zum Vorschein kam. Sie war ganz in Schwarz gekleidet. Ihren schlanken Hals zierte ein breites, eng anliegendes Lederband. Ein knappes Satinmieder verbarg ihre vollen Brüste im genau richtigen Maße. Das gefiel ihm mehr als jedes bloße Zur-Schau-Stellen. Ihre Beine steckten in hauchzarten Strümpfen, die fast nachlässig an den Strapsen des Mieders befestigt waren. Am geilsten aber fand er die hochhackigen Lackpumps und die Satinhandschuhe, die ihr bis zu den Oberarmen reichten. Das roch nach purer Verheißung. Ihre Haare waren streng nach hinten gekämmt und kaum zu sehen.
Nur ein leichtes Schimmern durch die Maschen eines Haarnetzes. Kein Schmuck, wenig Schminke an den Augen. Nur ihr sinnlicher Mund leuchtete ihm in einem erregenden Blutrot entgegen.
Sie sah so anders aus. War das die Frau, die er kannte? Ein anerkennendes Lächeln huschte über sein Gesicht. Als er langsam auf sie zuging, begann er, sein Hemd aufzuknöpfen. Aber sie trat dicht an ihn heran, schob seine Finger weg und machte das Hemd zu. Ihre verführerischen Lippen näherten sich seinem Mund. Bevor sie ihn berührten, glitten sie weiter über seine rechte Wange, nur wenige Millimeter darüber. Bis zum Ohr.
"Nicht so schnell! Erst kommt unser Spiel."
Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.
Abrupt wandte sie sich ab und ging zielstrebig ins Schlafzimmer. Die Rollos waren heruntergelassen. Nur eine kleine Nachttischlampe war angeknipst. Er folgte ihr langsam, fasziniert von dieser unerwarteten Verwandlung. Zwar spürte er, wie seine Hose schon zu eng wurde und hätte sich am liebsten ohne weiteres Vorspiel auf sie gestürzt. Doch ihr heutiges Verhalten reizte ihn mehr als der Gedanke an eine überstürzte Nummer und seine sonst übliche Rolle dabei.
"Hast du alles dabei wie besprochen?" fragte sie beiläufig.
Ihr Ton war geschäftsmäßig.
Auch der war neu. Sie wirkte so distanziert und überlegen. Keine Spur von angespannter Erwartung, wie sonst. Das machte ihn an. Er wollte wissen, was dahinter steckte. Gleichzeitig war er irritiert. Hatte das Gefühl, als bewege er sich auf dünnem Eis. Ob es einbrechen konnte? Doch wie herrlich es glitzerte! Die Verführung war zu groß. Er wusste, er war bereit mitzuspielen.
"Ja, dort auf dem Tisch."
Ihre Augen folgten seinem Blick zu einem kleinen Mahagonitisch in einer Ecke des Schlafzimmers. Es war alles da. Zwei rote Kerzen in Kerzenhaltern, eine Schachtel Streichhölzer, ein Paar Handschellen mit Schlüssel, das Jagdmesser, die Peitsche mit langen Lederriemen, eine schwarze Augenbinde. Sie trat an den Tisch, nahm die Kerzen, verteilte sie auf den Nachtkästchen, zündete sie an. Ihre Bewegungen waren exakt und mechanisch. Fast rituell. Als hätte sie diese vorher genauestens einstudiert.
Ohne ihn anzusehen, nahm sie die Handschellen und den Schlüssel und sperrte die Ringe auf. Langsam, einen nach dem anderen. Den Schlüssel legte sie zurück auf den Tisch. Einen Moment lang stand sie unbeweglich wie eine Marmorstatue. Ohne Gedanken, ohne Wärme, ohne Leben. Der Augenblick war so schnell vorbei, dass er sich fragte, ob er real gewesen war. Wie gebannt hatte er sie beobachtet und keinen Blick von ihr gelassen.
Ihr verheißungsvolles "Komm!" wäre gar nicht nötig gewesen, denn in diesem Moment wäre er ihr überall hin gefolgt. Sogar in die Hölle.
Sie ging vor ihm her zum Bett, dessen Kopf- und Fußenden aus massiv geschmiedeten Eisenstäben gefertigt waren. Während sie die Handschellen daran befestigte, legte er sich mit dem Rücken aufs Bett und streckte seine Arme nach oben. Sie umschloss seine Handgelenke mit den Ringen.
"Bist du bereit?" Ein kurzer Blick in seine Augen, ihr Gesicht direkt über ihm.
Die Art, wie sie ihn ansah, verursachte ein Kribbeln in seinem Magen. Er nickte. Die Handschnellen schnappten zu. Sie stand auf. Ging zurück zum Mahagonitisch. Ohne zu zögern, wählte sie das Jagdmesser mit dem Griff aus fein bearbeitetem Horn. Sie kam zum Bett und beugte sich über ihn. Mit der spitzen Klinge des Messers beschrieb sie langsam feine Linien auf seiner Brust, die sich so schnell hob und senkte, als wollte sie davonflattern. Wie ein Vogel. Die Schneide glitt über den dünnen Stoff seiner Kleidung bis zum Bauch. Bis zu seiner Hose. Warum fasste sie ihn nicht an? Aber alles, was sie tat, war zu lächeln. Und die Klinge wieder hinaufwandern zu lassen ...